Gibt es kurzfristige Therapieplätze in Hamburg oder online, und wie lange ist die
Wartezeit?
Als Privatpraxis für Selbstzahler in Hamburg können Erstanfragen in der Regel zeitnah und
ohne monatelange Wartezeiten berücksichtigt werden. Ein kostenfreies, 20-minütiges
Vorgespräch findet meist innerhalb von ein bis zwei Wochen statt. Die darauffolgenden
Sitzungen können flexibel vor Ort in der Praxis am Alstertor (am Jungfernstieg) oder als verschlüsselte
Online-Therapie per Video vereinbart werden.
Was kostet die Psychotherapie und übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Eine Sitzung kostet 120 Euro pro Stunde. Meine psychotherapeutische Begleitung ist eine
Selbstzahlerleistung; gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht. Private
Kranken- oder Zusatzversicherungen können sich je nach Tarif beteiligen. Bitte klären Sie
das vorab mit Ihrer Versicherung. Das 20-minütige Vorgespräch ist kostenfrei.
Ist mein Problem schlimm genug für eine Therapie?
Man muss nicht erst völlig zusammenbrechen, um Unterstützung in Anspruch nehmen zu dürfen.
Viele Menschen kommen zu mir, weil sie merken, dass etwas nicht stimmt: Sie grübeln mehr als früher,
fühlen sich erschöpft, geraten immer wieder in dieselben Konflikte oder stehen an einem Wendepunkt im
Leben.
Woran merke ich, ob Psychotherapie (bei Ihnen) das Richtige für mich ist?
Sie benötigen weder eine fertige Diagnose noch müssen Sie erst an einem absoluten Tiefpunkt
ankommen. Ein sinnvoller Anlass für eine Psychotherapie ist gegeben, wenn sich belastende
Muster in Beziehungen immer wiederholen, der Alltag übermäßig viel Kraft kostet oder
Sie einen besseren Zugang zu sich selbst suchen.
In einem ersten kostenfreien Gespräch klären wir gemeinsam und ergebnisoffen, ob meine
Begleitung für Ihr Anliegen passend ist.
Was erwartet mich in der ersten Sitzung?
Im Fokus steht zunächst das aktuelle Anliegen und die Erwartung an die Zusammenarbeit: Was ist los und
wie soll es sein?
Dabei geht geht zuerst um das gegenwärtige Erleben und nicht zwingend um die vollständige
Lebensgeschichte.
Im günstigen Fall kommt man schon in der ersten Sitzung vom "reden darüber" zu einem "erleben, wie es
ist".
Wie häufig finden die Sitzungen statt und wie lange dauert eine Therapie?
Es gibt keine starren Vorgaben. Zu Beginn kann ein regelmäßiger Rhythmus (z. B.
wöchentlich oder 14-tägig) sinnvoll sein, um den Prozess zu etablieren. Gleichzeitig benötigt
das Erlebte Zeit zur Integration im Alltag. Die Dauer der Therapie hängt von den
individuellen Mustern ab: Manchmal bewirken wenige Sitzungen einen spürbaren Schritt,
während über Jahre etablierte Muster mehr Zeit erfordern können.
Ich denke: Die Lösung kann viel kleiner aussehen als das Problem.
Was ist der Unterschied zwischen Psychologen, Psychotherapeuten und Heilpraktikern für
Psychotherapie?
Psychologen haben ein Psychologiestudium absolviert, dürfen aber ohne Approbation nicht
heilkundlich arbeiten. Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ setzt eine ärztliche oder
psychologische Approbation voraus. Ein Heilpraktiker für Psychotherapie besitzt eine
staatliche Erlaubnis zur Diagnostik und Behandlung psychischer Erkrankungen, rechnet jedoch
als Privatpraxis in der Regel nicht mit den gesetzlichen Krankenkassen ab.
Was ist Focusing und wie fließt es in die psychotherapeutische Begleitung ein?
Focusing ist eine von Eugene Gendlin entwickelte, körperorientierte Methode, um dem
eigenen, inneren Erleben zuzuhören. Der Ausgangspunkt ist ein oft noch undeutliches,
körperliches Gespür für eine ganze Situation – der sogenannte Felt Sense. In der Therapie
gebe ich nicht vor, was dieses Empfinden bedeutet. Wir schaffen vielmehr die Ruhe und den
inneren Abstand, damit Sie selbst wahrnehmen können, welche Worte, Bilder oder Handlungen
sich für Sie wirklich stimmig anfühlen.
Wie wirkt 'drüber reden' in der Psychotherapie? 🗝️
Reden kann bei der kognitiven Einordnung helfen, verändert das emotionale Erleben aber
nicht bei jedem Menschen in gleicher Weise. In meiner körperorientierten Arbeit
beziehen wir deshalb auch wahrnehmbare körperliche Reaktionen während des Sprechens ein.
Worte und körperliches Erleben können so miteinander abgeglichen und genauer verstanden werden.
Manchmal fühlt sich das an, als würde ein Schlüssel ins Schloss passen.
Muss ich in der Traumatherapie meine gesamte Lebensgeschichte im Detail erzählen?
Nein, es besteht kein Zwang, schmerzhafte Details aus der Vergangenheit wiederholt
offenzulegen. Sie bestimmen selbst, worüber Sie sprechen möchten und was noch Zeit braucht.
In der traumasensiblen Arbeit müssen wir den genauen inhaltlichen Ablauf einer Erfahrung oft
gar nicht vollständig kennen.
Wir richten die Aufmerksamkeit stattdessen auf das, was Sie im gegenwärtigen Moment körperlich bemerken,
etwa Enge oder Unruhe
und erkunden, was Ihnen dabei mehr Abstand, Orientierung oder ein Gefühl von Sicherheit ermöglichen
kann.
Wie sollte sich eine gute therapeutische Beziehung anfühlen und worauf sollte ich achten?
Ein sofortiges, vollständiges Wohlfühlen ist nicht zwingend, da Therapie auch aufwühlen
kann. Entscheidend ist, dass Klienten sich ernst genommen fühlen, ihr eigenes Tempo behalten
dürfen und Unsicherheiten oder Widerspruch äußern können. Warnzeichen für eine schlechte
Passung sind hingegen Heilsversprechen, das Abwerten der eigenen Wahrnehmung, Druck oder
Grenzverletzungen.
Ist eine körperorientierte Begleitung auch nach einer stark analytischen Vortherapie
sinnvoll?
Aus meiner fachlichen Sicht kann eine körperorientierte Begleitung gerade nach einer analytischen
Vortherapie sinnvoll sein.
Viele Klienten haben durch klassische Gesprächstherapien ihre
Verhaltensmuster auf kognitiver Ebene vollständig analysiert, einige leiden aber körperlich oder
emotional weiterhin unter Blockaden. Genau an dem Punkt, wo ein intellektuelles Verstehen
nicht mehr weiterhilft, setzt die körperorientierte Arbeit wie das Focusing an, um im
Nervensystem festsitzende Reaktionsschleifen erfahrbar zu machen und die Vorraussetzung zu schaffen sie
zu lösen.
Begleiten Sie auch bei massiven Konflikten oder einem Kontaktabbruch mit der
Herkunftsfamilie?
Ja. Familiäre Belastungen wie die unbewusste emotionale Verantwortungsübernahme
für die Eltern (Parentifizierung), narzisstische Dynamiken oder schmerzhafte
Kontaktabbrüche aktivieren tiefe Bindungsmuster.
In der traumasensiblen Begleitung können Sie familiäre Rollen, Schuldgefühle
und eigene Grenzen differenzierter wahrnehmen und mögliche nächste Schritte entwickeln.
Wie hilft Ihre Methodik bei anhaltenden beruflichen oder privaten Entscheidungskrisen?
Bei Umbrüchen im Beruf oder Privatleben führen rationale Pro-Contra-Listen oft
zu Grübelzwang und Erstarrung. Durch Focusing und Körperwahrnehmung kann der analytische
Verstand entlastet werden. Sie lernen, den „Felt Sense“ ,ein körperliches Resonanzgefühl für
innere Stimmigkeit, als zusätzliche Intelligenzquelle zu nutzen, um
Entscheidungen zu treffen, die sich nicht nur logisch richtig, sondern auch innerlich
tragfähig anfühlen.
Bieten Sie psychologische Krisenbegleitung speziell für Eltern und Kinder in Trennungssituationen an?
Ja, in einer Trennungssituation begleite ich Eltern und Kinder. Eine Trennung und die damit verbundene
familiäre Neuordnung kann bei den beteiligten
fundamentale Existenz- und Verlustängste (re)aktivieren. Die körperorientierte Begleitung
unterstützt Sie dabei, das eigene Nervensystem in einer akuten Eskalationen zu beruhigen. Ziel ist
es, inmitten von Schmerz oder Wut die emotionale Erreichbarkeit zu bewahren, damit sie den
Prozess für sich selbst und langfristig für alle Beteiligten gut gestalten können.
Grade wenn Kinder involiert sind kann eine Begleitung hilfreich sein, um für Ihr Kind um für Ihr Kind
ein verlässlicher, sicherer Hafen und ein präsenter Elternteil bleiben zu können.
Können pädagogische Einrichtungen Sie für Team-Supervision und Fortbildungen buchen?
Ja. Basierend auf meiner langjährigen Erfahrung in der pädagogischen Leitung und
Fachberatung biete ich für Kitas, Schulen und Träger der Jugendhilfe spezialisierte
B2B-Formate an. Mein Angebot umfasst Team-Supervisionen, Fallbesprechungen und
Leitungs-Coaching. Ein zentraler Schwerpunkt liegt dabei auf der ressourcenorientierten
Praxisbeobachtung und der Frage, wie Fachkräfte in stressigen Alltagssituationen ihre eigene
psychosoziale Gesundheit und Co-Regulationsfähigkeit bewahren.